Ende Oktober 2015 ging es mit kleinen Schritten weiter.

Nach über eineinhalb Jahren des ersten Standortwechsels der eingeschlafenen Raupe, folgte ein weiterer Schritt zur Überführung in die neue Heimat. Die Raupe, die all die Monate auf dem Anhänger verbracht hat, wird zur Verladung zu einem örtlichen Landmaschinenhändlers gebracht.

726 km Überführungsfahrt am 17. November 2015

Mike hatte die Raupe beim Technik Zentrum Gartner abgestellt, damit sie mit einem 6 Tonnen Gabelstapler auf dem organisierten Tieflader verladen werden konnte.

Am Dienstag, den 17. November 2015 verließ die John Deere 2010 Raupe den Schwarzwald in Richtung Norden. Nach 9 Stunden reine Fahrzeit, wurde sie in Niedersachsen in Empfang genommen.

Mit zwei Gabelstaplern wurde sie angehoben, um sie auf einem landwirtschaftlichen Anhänger umladen zu können. Bei ca. 5 Tonnen Kampfgewicht, ging der 5,7 Tonner leicht in die Knie. Aber der Tieflader passte leider nicht in den Innenhof, um die Raupe auf dem vorläufigen Platz abzustellen.

Der milde Novembertag wurde sofort ausgenutzt, um den Crawler gründlich zu reinigen. Aufbocken und besonders das Kettenlaufwerk von den Resten der schwarzwälder Erdkruste zu befreien.

Auf der gesamten Fläche hatte sich ein dünner Moosbelag gebildet. Die Natur wollte sich ran machen, um das seltene Gefährt in ihre Grundbausteine aufzulösen.


Aber dazu wird es nicht kommen!!!

Dank Lemmi gibt es die Bilder auch in Bewegung

Vermutlich ist es noch der erste Lack.

Aber Mike wird mich noch dabei unterstützen, den gesamten Lebenslauf aufzuzeigen.

Ab ins Trockene

Hinter der Tür


Motor

Erste Bestandsaufnahme des Motors:

- Frostschutz nur bis -7°

- Zu viel Motoroel und sehr dünn

- Tank staubtrocken leer

- Kurbelwelle lässt sich nicht drehen

Sobald ein verdeckter Bereich freigelegt wurde, kamen immer wieder Kirschsteine zum Vorschein. Auffällig waren die Löcher in den Kernen. Welches Tier macht so etwas?

Beim Blick in den Ansaugkanal gibt es nichts Auffälliges zu finden, was zum Problem des Motors geführt hat.

Die Idee, einen Workshop aus der Wiederbelebung der Raupe zu machen, war genau richtig.

Toralf mit Janet und Lemmi mit Anke waren in Oersdorf zu Gast, um die Tage rund um den Jahreswechsel gemeinsam mit uns zu verbringen. Bei einem Mix aus Kultur, Erholung, Sigtseeing und aktives Zerlegen des Motors verging die Zeit mal wieder wie im Fluge. Erfolgreich wurde der Motor zerlegt und es kamen Dinge zum Vorschein, die sich niemand wünscht bei einer Reaktivierung.

 

Genug der Worte, hier einige Eindrücke:

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Motor einige Jahre nichts mehr von sich gegeben hat. Regenwasser hat ausserhalb am Schalldämpfer über den Konusverschluss den Weg in den Brennraum gefunden. Unterhalb der Kolben hat Kondenswasser an den Laufbuchsen zusätzlich für Korrosion gesorgt.

Workshop Teil 1 ist beendet.

 

Vielen Dank euch allen.

Die nächsten Schritte sind: Ersatzteilbeschaffung, Dichtflächen reinigen und einen Termin für en zweiten Teil finden.

Vorbereitungen für den zweiten Teil.

Um die Standspuren in den Laufbuchsen zu entfernen, besorgte ich mir ein Honwerkzeug. Die Buchsenplatte in eine Schale, dazu 5 Liter Diesel und dann gings los.

Die Kolben habe ich einige Tage in Diesel eingeweicht. Sie konnten alle wieder gangbar gemacht werden. Die Oelwanne ausgewaschen und die Motoroelpumpe gereinigt.

Roosa Master Einspritzpumpe

Da der Tank bis zum letzten Tropfen leer war, lag es Nahe, dass die Einspritzpumpe undicht ist. Mit Trichter und einen Schlauch wurde der Tank simuliert.

Da die Einspitzpumpe sehr lange nicht bewegt wurde, habe ich ein wenig Diesel über Trichter und Schlauch zugeführt.

 

Trockenlauf einer Roosa Master ist tödlich!!!

 

Ein paar Tage eingeweicht, drehte ich die Welle in die richtige Position und promt tropfte Diesel nach unten aus der ESP

Ein Geburtsfehler könnte die Undichtigkeit noch begünstigt haben. Die Leckoelrücklaufleitung (Kunststoff) wurde bei der Montage zwischen zwei Düsenleitungen (Stahl) eingeklemmt. Wenn der Druck zu groß wird, kann er nur über die Antriebswellenabdichtung der ESP entweichen. Somit mischt sich dann Diesel mit dem Motoroel.

Ein Versuch war's wert...........

Grundsätzlich bin ich so eingestellt, möglichst wenig zu demontieren, um die Probleme zu beheben. Das führt meist nur zu weiteren Reparaturen oder Fragen, wie man es denn wieder zusammen bekommt. Bei der Montage der Motoroelpumpe führte kein Weg daran vorbei, die Einspritzpumpe vorher auszubauen. Zusätzlich bekam ich auch nicht die Antriebswelle der ESP demontiert, da sie undicht war. Ohne Werkstatthandbuch machte ich mich auf die Suche nach Gleichgesinnten, die sich wesentlich mehr mit den Crawlers beschäftigen. Fündig wurde ich beim JD Crawlers Messageboard.

Sie waren geduldig genug, mir auch den kürzeren Weg zu erklären.

Leider ohne Erfolg.

Vielen Dank nochmals an dieser Stelle.

 

Hier die richtige Reihenfolge

Reparatur Roosa Master

Die Roosa Master hat leider nicht wieder den Betrieb aufgenommen. Eine Fachwerkstatt muss her, damit ich die Pumpe durchreparieren lassen kann. Die Einspritzdüsen sind ebenfalls nicht einsatzfähig. Beides muss organisiert werden.

Die Filteranlage bringt das ganze Fremdmaterial zum Vorschein. Die Filteranlage ist gereinigt und kann wieder zusammen gebaut werden.

Motorzusammenbau

Durch eine Lagerauflösung fanden sich noch (fast) die zeitgemäßen Motorölfilter.

Der Filterpatrone von 1978 ist noch einsatzbereit.

Workshop Teil 2

Wie beim jahreswechsel geplant, fanden wir uns (fast) alle zum zweiten Teil des Workshops an den Ostertagen wieder zusammen.

Schwerpunkt: Betriebsbereitschaft des Motors wiederherstellen.

Firma Lindemann hat die ESP repariert und geprüft. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle für die schnelle Abwicklung.

Wenn der Rauch verflogen ist, wird einem erst bewusst, was man man geschafft hat. Der Motor läuft mit ein paar Nachbereitungen und es kann mit den weiteren Betriebstest's begonnen werden.

Vielen Dank den Teilnehmern beim zweiten Teil. Ein dritter Teil wird geplant, um die 2010 in ihrer Funktionalität vollständig herzustellen.

 

Weitere Kleinigkeiten werden bei laufender Inbetriebnahme und Wartung abgestellt.

Vielen Dank Lemmi, für die bewegenden Bilder.

Baustelle Motor ist abgeschlossen

Der zerfressene Auspuffkrümmer ist getauscht und wartet auf den neuen Schalldämpfer

In Deutschland war kein Schalldämpfer mehr lieferbar.

Über Ebay aus den USA gekauft. Heutzutage kein Problem.

Elektrische Anlage

Die gesamte elektrische Anlage ist nicht einsatzbereit. Es sind zwar gegenüber eines Traktors wesentlich weniger Kabel und Funktionen verbaut, dennoch muss man sich auch hier noch ein wenig dem Thema widmen.

Fortsetzung folgt.............

Getriebe

Erste Beobachtungen:

- rechte und linke Seite Endabtriebgehäuse sind gerissen

Durch den Tip eines Fachmanns habe ich mir erklären lassen, wie Wasser in die Endantriebe kommen kann. Nur über das Gehäuse der Lenkkupplung und Bremse

Das Innere ist normalerweise Trocken und frei von Fremdstoffen. Aber nur wenn man nach Einstellarbeiten den Deckel wieder vernünftig abdichtet.

Das war hier nicht der Fall.

Nach all den Jahren unter freiem Himmel hat sich das Regenwasser ins Innere der Raupe gemacht. Über einen Übergang zum Endantrieb gelang es auch dorthin und hatte dann durch Frost die Deckel aufgesprengt.

Gefühlte 5 Liter Wasser mit feinem Sand, in Verbindung der Brems- und Kupplungsbeläge, machten sich über die Öffnung der Bremsbandstützschraube auf dem Weg ins Freie. Zusätzlich wurde der gesamte Bereich mit einem Gartenschlauch ausgespühlt.

 

Ob da noch was funktioniert?

Die Raupe wurde komplett neu lackiert. Wann ist fraglich, ist aber gut gemacht worden. Was nur auffällig ist, das nach der Lackierung so gut wie gar nicht wieder mit der Raupe gearbeitet wurde. Der Bereich der Bedienungspedale, wo auch die Füße den Lack beschädigen würde, ist noch so gut wie unbeschadet.

Um rundum besser arbeiten zu können, musste ebenfalls der schwere Unterbodenschutz demontiert werden. Zum Vorschein kamen über mehrere Jahre angesammelte Erde und wieder viele Kirschsteine.

Bisher mussten nach dem Trockenlegen nur die Federn erneuert werden. Der Rest kann erst getestet werden, wenn der Motor läuft.

Der Versuch, die Lenkbremsen zu testen, viel leider negativ aus. Weder rechts noch links trennen die Lamellenkupplungen den Kraftfluß. Vermutlich ist der jeweilige Kupplungsautomat komplett miteinander zusammen gerostet. Ein Zerlegen ist unumgänglich.

Ein Werkstatthandbuch wird jetzt immer wichtiger.

  • Bezeichnung SM-2034 in deutscher Ausgabe würde jetzt hilfreich sein

Um besser an das Getriebe zu kommen, wurde die Raupe auf dem Hof gedreht. Das war recht einfach mit Hilfe eines Traktors.

Dank der Softplatten am Laufwerk, hinterlässt die 2010 kaum Spuren

Wenn der Sommer, der bisher noch recht unzufrieden ausgefallen ist, zu Ende geht, wird sich der zweiten Baustelle gewidmet.

Erfreulich ist auch die Anzeige (oben links) des Wendegetriebes, was den nöigen Druck aufbaut.

Vorab ein theoretischer Blick in die Funktionsblockade

Die hilfreiche Mannschaft steht in den Startlöchern, um sich auf den dritten Teil des Workshops vorzubereiten.

Jede Schraube ist wichtig......

.....war das Motto beim dritten Workshop über den Jahreswechsel 2016-2017. Die Befestigungselemente neigten dazu, sich in ihre Ursprungsnaturalien aufzulösen. Eine abgerissene Schraube führte unwiderruflich zu weiteren Mehraufwand oder auch neuen Lösungsfindungen. Beides wird bei der Wiederinbetriebnahme betrachtet werden müssen.

Weiter gehts an die Ersatzteilbeschaffung und des Sammelns neuer Motivation.

 

Vielen Dank den Workshopteilnehmern und den Besuchern, die mit den Gedanken:

Hoffentlich muß ich das nicht auch mal machen.

dabei waren.

Ein paar Detailaufnahmen des Störfaktors und dessen Auflösung

Rettungsversuch

Die Ersatzteilversorgung für die Lenkkupplung ist nicht mehr so einfach. Versuchen wir mal zu retten, was noch zu retten ist.

Es nimmt kein Ende

Sämtliche Lager, die unter Wasser standen, haben Korrosionsfraß. Daher wird jetzt alles zerlegt und sich auf die Suche gemacht, Ersatzteile zu beschaffen.

Das wird nicht so einfach!!!

Zusammenbau

Fussbremsgestänge optimiert und neue Faltenbälge besorgt

Ein herber Rückschlag

Um sich noch ein paar Details abschauen zu können, begann ich mit dem Zusammenbau auf der rechten Seite...........................

.....................ohne vorher die linke Seite gründlich zu reinigen.

Dabei endeckte ich einen langen Riss im Ritzelgehäuse. Um nicht etwas auf der rechten Seite übersehen zu haben, machte ich mich auch dort noch genauer auf die Suche.

Auch dort war ein Frostriss zu finden. Etwas kleiner aber dennoch.

Wieder zwei Schrottteile für den Alteisenverwerter

Nachdem ich nun auch diese beiden Getriebegehäuse, von dem vermutlich einzigen in Deutschland auffindbaren Besitzer solcher Teile erwerben konnte, ging es endlich weiter mit dem Zusammenbau.

 

Die eigentliche Funktionsblockade ist behoben. Lenkkupplungen und Bremsen sind verbaut und eingestellt.

Wenn man etwas genauer auf die Farbgebungen achtet, erkennt man die zusammengesuchten Teile.

Erste Probefahrt

Film folgt................

oder Lemmi?

Als besondere Erinnerung an die vielen Stunden der Ernüchterung, Lustlosigkeit, Verzweiflung aber auch der tollen Unterstützung durch das Workshop Team, erhält dieser 3/4 Zoll Gabelring Schlüssel einen Ehrenplatz.

Vielen Dank an dieser Stelle an Toralf, Janet, Benny, Lemmi, Anke und R. Bloemeke für die aufgebrachte Geduld und der vielseitigen Unterstützung, die Raupe zum (Schmetterling) erwecken zu lassen.......

.......und Andrea.

Der Comfort de luxe Sitz ist super.

Unter der Rubrik:

John Deere 2010 crawler in action

werden zu gegebener Zeit die zu erledigen Arbeiten der John Deere 2010 Laderaupe zu sehen sein.



Stilllegung durch geplatzten Hydraulikschlauch?

Beim Auffüllen von Hydraulikoel kam eine Leckage an der Druckleitung von der Hydraulikpumpe zum Steuergerät ans Tageslicht.

 

Hat die geplatzte Leitung zur langfristigen Stilllegung geführt?

 

Der Behälter war komplett leer.

Gut, wenn man gewechseltes Hy Gard nicht gleich entsorgt. Zur ersten Funktionsüberprüfung ist es allemal noch gut genug.